По результатам обсуждения темы "Что за приемники на фото?", которое я проводил одновременно на нескольких форумах, у меня сформировалось довольно четкое представление о том, что же изображено на черно-белом фото с сайта Jogis-Röhrenbude (т.е. "Ламповая лавочка Йогиса").
Свои объяснения я сформулировал по-немецки, снабдил тремя фотографиями и отправил хозяину сайта Jogis-Röhrenbude, которого зовут Йохим Гиттель. Он сразу же откликнулся, поблагодарил за информацию и сказал, что поставит ее на свой сайт.
Но Йохим уже несколько месяцев прикован к постели (у него проблемы со спиной), поэтому дело затягивается. Вот я и решил опубликовать свой немецкий текст и фото для сведения участников этого форума.
Писал я сразу на немецком, русского перевода у меня нет, но надеюсь, что в основном там всё понятно и так. В число обозначенных цифрами советских приемников включил только те модели, идентификацию которых счел абсолютно надежной.
Итак, вот письмо, которое я направил Йохиму Гиттелю:
Hallo Jochen,
Das ist eine Strasse in Charkow, Ukraine (UdSSR), und der Zeitraum ist vom Ende Oktober bis Mitte November, 1941.
Deutsches Heer hat Charkow am 24.Oktober, 1941, bezetzt und es waren damals fast keine Zerstörungen in der Stadt. Sie können das auf dem Bild sehen.
Die "Müll-Sammlung" sind alte russischen (sowjetischen) Rundfunkempfänger, produziert zwischen 1934 und 1940. Diese Modelle waren in Europa und USA ganz unbekannt, denn in der Vorkriegszeit wurden keine sowjetischen Rundfunkempfänger aus der UdSSR exportiert.
Bitte sehen Sie meine Version Ihres Bildes wo fünf Modelle der Rundfunkempfänger gekennzeichnet sind:
An meinem zweiten Bild sind derselben fünf Modelle im Farbe dargestellt:
Modelle (2) bis (5) sind alte geradeaus Empfänger, wobei Modell (1) ist ein Superheterodyn der in dem Jahre 1936 von RCA Ingenieuren auf Bestellung der Sowjetunion entwikelt wurde. Es war SWD-1 der RCA Modell 140 aus dem Jahre 1933 als Prototyp hätte. Später wurde SWD-1 von sowjetischen Ingenieuren weiter modifiziert (SWD-M und zwei Modelle von SWD-9).
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Der Grund dieser "Müll-Sammlung" war die strickte Verordnung der sowjetischen Regierung vom 25.Juni, 1941, alle individuellen Rundfunkempfänger sofort (innerhalb von fünf Tagen) in den lokalen Fernmeldestellen abzugeben.
Dieser Befehl wurde drei Tage nach dem Begin des "Barbarossa" Feldzuges veröffentlicht, und jeder Bürger haftete persönlich und standrechtlich. So glaube ich, daβ mindestens 95% von sowjetischen Staatsbürgern ihre Rundfunkempfänger abgegeben haben.
Die Abgabe wurde ordnungsgemäβ quittiert, so hätte jeder Bürger nach dem Krieg seinen Empfänger wieder bekommen können.
Auf meinem nächten Bild werden zwei Dokumente gezeigt -- Bescheinigung und Quittung:
Die beiden Unterlagen stammen aber nicht von Charkow sondern von Kamensk, einer kleinen Stadt in Rostow Gebiet. Der dort erwähnte Rundfunkempfänger ist doch ein selbstgebauter 1-V-1 ("1-B-1" in der Quittung) ohne Röhren.
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Was auf dem Foto zusehen ist, ist nun wirklich ein Haufen Müll. Das liegt ev. in der Nähe einer Fernmeldestelle in Charkow, Ukraine, und ist für den Abtransport und die Vernichtung bestimmt. So können wir feststellen das Sie auf Ihrem Bild ein Stückchen Kriegsgeschichte aus dem Jahre 1941 dargestellt haben.
Mit freundlichen Grüssen -
Valeriy Gromov, RA3CC, aus Moskau, Russland
(GFGF Mitglied)
=== Конец письма ===
Здоровая критика и вопросы по обсуждаемой теме приветствуются. Кстати, Йохим Гиттель в ответном письме фактически извинился за действия немецких войск в том далеком 1941 году и выразил сожаление, что такие красивые радиоприемники должны были быть уничтожены...